Arbeit von Frauen

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat auf ihrer Internetseite (www.bpb.de) interessante Artikel zum Thema Arbeit von Frauen.

Arbeit von Frauen in Zeiten der Globalisierung
Hier ein paar Textauszüge aus dem Artikel von Daniela Grunow:
„Frauen verbringen heutzutage mehr Zeit ihres Erwachsenenlebens auf dem Arbeitsmarkt als jemals zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik. So hat sich die Erwerbsquote verheirateter Frauen allein in Westdeutschland zwischen 1950 (26 Prozent) und 1980 (48 Prozent) fast verdoppelt (Müller et al. 1983).“
„Durch das Wirtschaftswachstum in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sowie durch die Zunahme von Dienstleistungsberufen und flexiblen Beschäftigungsformen, wie zum Beispiel Teilzeitarbeit, ist die Nachfrage nach weiblichen Arbeitskräften deutlich angestiegen. Ein Indikator hierfür ist der Anteil der Beschäftigten im Dienstleistungssektor, der zwischen 1970 und 2006 von ca. 45 Prozent auf 72 Prozent massiv angestiegen ist (Statistisches Bundesamt: Strukturwandel in Deutschland 2009).“
„Mit dem Anstieg der Arbeitslosigkeit für (Ehe-)Männer seit den 1970er Jahren, stagnierenden beziehungsweise sinkenden Reallöhnen sowie steigenden Scheidungszahlen, ist auch der Druck auf verheiratete Frauen gestiegen, kontinuierlich erwerbstätig zu sein und eigenes Geld zu verdienen. Diese Tendenz zeigt sich auch im reformierten Unterhaltsrecht, das von Frauen nach einer Ehescheidung sehr viel schneller und in deutlich größerem Umfang als bisher die berufliche Eigenständigkeit verlangt. Hinzu kommt, dass im Zuge der Pluralisierung von Lebens- und Familienformen die Zahl Alleinerziehender, davon 90 Prozent Frauen, deutlich angestiegen ist. Im Jahre 2007 waren laut Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) 57 Prozent der Alleinerziehenden erwerbstätig.“
„Neuere Untersuchungen der Einkommensentwicklung hochqualifizierter Arbeitskräfte weisen aber auch deutlich auf Lohndiskriminierung von Frauen hin (Leuze/Strauß 2009); das heißt Frauen bekommen für gleiche Arbeit und gleiche Leistungen weniger Geld. So geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeit und Beruf (IAB) hervor, dass Frauen selbst innerhalb des gleichen Berufs ca. 21 Prozent weniger verdienen als Männer (IAB 2009). Ein statistischer Vergleich von Frauen und Männern gleichen Alters mit gleicher Ausbildung und demselben Beruf im gleichen Betrieb ergab immer noch eine Lohndifferenz von 12 Prozent (Ibid.).“

Einkommensgruppen

Frauen in Führungspositionen
Hier ein paar Textauszüge aus dem Artikel von Lena Hünefeld und Heather Hofmeister:
„Obwohl Frauen 51 Prozent der deutschen Bevölkerung ausmachen, 44 Prozent der deutschen Berufstätigen weiblich sind (Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen, engl. Economic Commission for Europe, UNECE, 2009) und der Wunsch von Frauen sich am Erwerbsleben zu beteiligen, in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist, sind Frauen derzeit in Führungspositionen unterrepräsentiert.“
„10 Prozent aller beschäftigten Männer sind Führungskräfte und nur 4 Prozent aller beschäftigten Frauen.“
„In den Dax30-Unternehmen gibt es ingesamt vier Frauen in den Vorständen: Brigitte Ederer und Barbara Kux bei Siemens, Dr. Angelika Dammann bei SAP und Regine Stachelhaus bei E.ON (DIW Wochenbericht Nr. 3/2011).“
„Weiterhin haben die Frauen mit 52,9 Prozent auch bei den Hochschulabschlüssen die Männer überholt (Statistisches Bundesamt 2008). Laut statistischer Angaben der Eurostat machten Männer 2008 sogar nur 46,2 Prozent aus. Damit haben die Frauen ausbildungsbezogen keinen Rückstand mehr gegenüber den Männern.“
„Eine weitere Erklärung für den Mangel an Frauen in den Führungsetagen besteht in der Arbeitsteilung in Haushalt und Familie, besonders die zeitaufwändige zugeschriebene Mutterrolle. Nach den traditionellen Rollenerwartungen und -zuweisungen sind die Frauen in unserer Gesellschaft immer noch hauptverantwortlich für die Fürsorge der Kinder, die etwa durch mangelnde Kleinstkinderbetreuung andere Aufgaben außerhalb des Haushaltes fast ausschließt.“
„Weiterhin spielen Frauen eine zentrale Rolle für das Wachstum eines Unternehmens. So zeigte sowohl die Unternehmensberatung McKinsey als auch die finnische Studie „Female Leadership and Firm Profitability“, dass jene Konzerne, die mehr als zwei Frauen in ihre Führung berufen, höhere Gewinne und Aktienkurssteigerungen erzielen als ihre Konkurrenz (Catalyst 2007/ Finnish Business and Policy Forum EVA 2007).“
„So scheint sich die Einführung von Elterngeld im Jahr 2007 In Deutschland beispielsweise positiv für Frauen und Männer auszuwirken. Im ersten Jahr lag der Anteil der Väter die Elterngeld erhielten mit 12,1 Prozent drei mal so hoch wie die Inanspruchnahme der alten Elternzeit. Jedoch wird das Elterngeld von Frauen deutlich länger in Anspruch genommen als von Männern. So liegt der Anteil der Väter die 12 Monate Elterngeld in Anspruch nehmen mit 14,1 Prozent deutlich unter dem der Frauen (84,1 Prozent). Skandinavien kann auch hier als Vorreiter gelten. So werden in Schweden etwa 20 Prozent der Elternzeittage von Vätern genutzt. In Finnland, das als erstes Land der Welt 1978 Vaterschaftsgeld einführte, wird dieses von 70 Prozent der Väter in Anspruch genommen. In Norwegen liegt der Anteil bei sogar 89 Prozent der anspruchsberechtigten Väter.“

Unbezahlte Arbeit
Hier ein paar Textauszüge aus dem Artikel von Gisela Notz:
„Dennoch waren im Jahr 2010 nach einer Auswertung von ALLBUS noch immer 35 Prozent aller befragten über 18jährigen Männer und Frauen in der Bundesrepublik der Meinung, dass es für alle Beteiligten viel besser sei, wenn der Mann voll im Berufsleben stehe und die Frau zu Hause bleibe. Nach der differenzierten Auswertung von 2004 gab es keine gravierenden Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Deutlich niedriger lag die Zustimmung zur traditionellen Arbeitsteilung allerdings in Ostdeutschland. 40 Prozent aller Befragten (West) und 17 Prozent (Ost) stimmten der traditionellen Arbeitsteilung zu. Nach Geschlechtern differenziert waren es 19 Prozent Männer und 16 Prozent Frauen in Ostdeutschland sowie je 40 Prozent Frauen und Männer in Westdeutschland. Auch stimmten weitaus mehr ältere Menschen und mehr nicht Berufstätige dieser Arbeitsteilung zu.“
„In sozialen Feldern oder im Gesundheits- und Erziehungsbereich sowie im kirchlichen Bereich arbeiten auch nach den neuesten Studien (z. B. Dritter Freiwilligensurvey (1999 – 2009) der Bundesregierung 2009) vor allem Frauen. Insgesamt leisten Frauen ungefähr zwei Drittel dieser Arbeiten. „Sorge- und Kümmerarbeiten“ übernehmen sie auch zu 70 Prozent in der Selbsthilfe, in der Familienselbsthilfe sogar zu 90 Prozent (Vgl. Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. 2006). Ohne diese unbezahlt geleisteten Arbeiten würde das System der sozialen Dienste zusammenbrechen.“

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