MACHEN: Meine Gedanken zu „Neue Geschäftsmodelle für die EB mit MOOCs und Offenen Bildungsressourcen“

Einfach MACHEN – meine Gedanken und Anregungen zu dem Thema.

M wie MOOCs

Beispiele: imoox (EBmooc plus 2020), oncampus (Volleyball MOOC #4)

Ein Beispiel aus der Bildungsbranche ist der EBmooc plus 2020. An ihm nehmen viele Personen aus Deutschland und Österreich teil. Wären die bei einer Präsenzveranstaltung auch dabei?

In den meisten Sportarten kann man einen Trainerschein erwerben. Diesen muss man im Abstand von einer vorgegebenen Zeit durch Fortbildungen verlängern.

Ich bin Fußball-Trainer und nehme nun schon zum 4. Mal am Volleyball MOOC teil. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, mich zu einer Volleyball Fortbildung anzumelden, wenn es nicht ein MOOC gewesen wäre.

Anfangs konnte man die Fortbildung nur in einem Landesverband anrechnen lassen, heute sind es schon mehrere.

Die Teilnehmerzahl ist pro MOOC höher als eine Präsenzveranstaltung und die Inhalte können öfters eingesetzt werden. Das entlastet auch mögliche Experten, die sich nicht wöchentlich „über die Schulter“ schauen lassen würden, es einmal aber machen. Dadurch wird die Qualität aus meiner Sicht gesteigert.

Fragen für die Bildungsbranche:

– wer ist meine Zielgruppe? wer könnte in der Welt noch zu meiner Zielgruppe gehören?

– wer ist die „Laufkundschaft“ an die ich heute gar nicht denke?

– für wen könnten meine Inhalte interessant sein?

– wo nutzen wir Lizenzen? wo muss man sich alle x Jahre weiterbilden? (ähnlich den Trainerlizenzen) Auf was ist das übertragbar?

– welche weiteren Angebote habe ich für meine Teilnehmer? Stichwort: lebenslanges Lernen

– Deutschland ist „Export-Weltmeister“. Welchen Anteil daran hat die Bildungsbranche? Wie könnte der vergrößert werden?

A wie Airbnb (und Uber)

Airbnb bietet Übernachtungen und Wohnungen an – ohne ein Bett oder Wohnung zu besitzen.

Uber bietet Mitfahrgelegenheiten und Transporte an – ohne ein Auto zu besitzen.

Fragen für die Bildungsbranche:

– brauche ich eigene Räumlichkeiten? Oder miete ich die bei Bedarf dazu?

– brauche ich eigene Dozenten/Lehrkräfte?

– brauche ich eigene Unterlagen/Bücher?

– brauche ich eigene Kurse?

– können Provisionen und Vermittlungsgebühren hierfür generiert werden?

– welchen Service lasse ich mir bezahlen und von wem? z.B. Prüfungsgebühren oder Zertifikat/Teilnahmebescheinigung ausstellen anstatt eines Kurses; Provisionen von Dozenten/Lehrkräften

– Bildungseinrichtungen verkaufen Kurse und Kursunterlagen, Teilnahmebestätigung, Prüfungsgebühr und Fragen per Mail an den Dozenten sind hier inbegriffen. Könnte man auch Teilnahmebestätigungen, Prüfungsgebühren und persönliche Beratung durch einen Dozenten verkaufen und die Kurse sind inbegriffen?

C wie Community

Hier denke ich zum einen an die „Digitalen Nomaden“ (z.B. Marcus Meurer oder Bastian Barami) oder die Influencer (z.B. Die Top 10 in Deutschland).

Sie bauen sich zuerst eine Fangemeinde auf und arbeiten dann mit dieser Masse und bauen sie weiter aus. Hier wird oft mit kostenlosen Newslettern und Büchern geworben und dann kostenpflichtige Online-Kurse verkauft.

Das digitale C ist das analoge B (Beziehungen, Verhältnis von Bildungsträger, Dozent und Teilnehmer).

Im Bildungsbereich würde ich hier die CLC (Corporate Learning Community – z.B. colearn.de) oder WOL (Working out loud) sehen, die dieses Prinzip nutzen.

Fragen für die Bildungsbranche:

-warum nicht kostenlose Kurse und kostenpflichtigen Zusatzservice? z.B. eine Stunde Videokonferenz mit dem Dozenten; Prüfung und Zertifikat; Konferenz; Workshop

– für welchen anderen Service bin ich offen? (z.B. ich bilde Medienfachwirte aus -> ich vermittel Medienfachwirte an Unternehmen oder stelle auch eine Jobbörse zur Verfügung)

– wer ist der nächste Bildungsinfluencer?

– wie komme ich vom B zum C? mache ich beides?

– Wie baue ich einen „Club“ (geschlossene Community) auf und verlange dafür Mitgliedsbeiträge?

– welche Bezahlmodelle habe ich heute nicht im Angebot? welche Angebote könnte ich machen?

– welche Einnahmequellen werden von mir gerade nicht genutzt? Und warum werden die nicht genutzt? z.B. Daten

– sind Abo-Modelle, Preisdifferenzierung, andere Preisstrategien, Leasing usw. im Bildungsbereich denkbar?

H wie Historie

Was führte historisch zu einschneidenden Änderungen?

Tschernobyl reichte noch nicht aus. Fukushima führte zu weitreichenden Gesetzesänderungen für die Energiekonzerne.

Die Ölkrise reichte noch nicht aus. Der Klimaschutz und die „Dieselaffäre“ führen zu weitreichenden Änderungen in der Automobilindustrie.

Reichen die Auswirkungen von Corona für eine Änderung in der Bildungsindustrie?

Die Gesellschaft ändert sich von der Wissensgesellschaft zur Kompetenzgesellschaft. Wissen ist durch das Internet jederzeit verfügbar. Kompetenzen sind die neue Herausforderung (z.B. 4K-Modell).

Fragen für die Bildungsbranche:

– weitermachen wie bisher?

– vorbereiten auf die nächste Krise?

– Arbeitserleichterungen in das bisherige Programm integrieren?

– Disruption annehmen und Veränderungen vorantreiben?

– weiterhin darauf Vertrauen, dass Schule und Bildung sich nicht verändern wird?

– wessen Geschäftsmodell basiert auf Wissen (Prüfungen, Wissensvermittlung) und wessen auf Kompetenzen (Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und Kritisches Denken)?

– wie viele Kurse habe ich im Programm, die ich vor 30, 20 oder 10 Jahren noch nicht im Programm hatte?

– Bisher lag der Fokus der meisten Bildungsanbieter auf der Wissensvermittlung. Dieses Wissen wurde dann in Prüfungen abgefragt und man erhielt ein Zeugnis, Zertifikat oder Teilnahmebescheinigung. Braucht es das heute noch oder ist alles Wissen im Internet verfügbar?

E wie ebay

ebay.de und ebay-kleinanzeigen.de haben dazu geführt, dass „Schätze“ in Umlauf kommen (Stichwort: Keller). Sie haben nicht dazu geführt, dass es keine Flohmärkte mehr gibt – teilweise kommen sogar mehr Menschen auf Flohmärkte als früher.

amazon.de hat zuerst den Buchhandel und dann den anderen Einzelhandel verändert. Wie haben die Händler darauf reagiert und wie hat sich der Einzelhandel verändert?

Mittlerweile bietet Linkedln.com Online Weiterbildung an. Sie stehen am Anfang. youtube.com (z.B. simpleclub) wird von den Jugendlichen bereits als Bildungsplattform wahrgenommen (siehe z.B. zeit.de: „Die Jugend lernt mit youtube„).

Fragen für die Bildungsbranche:

– wer hebt bzw. bringt die MOOC und OER Bildungs“schätze“ ans Tageslicht?

– welche Vorteile hat meine Bildungseinrichtung z.B. gegenüber Linkedln?

– kennt die Jugend mich als Bildungsanbieter? oder als Problemlöser?

– können Kurse über Werbung finanziert werden?

– kann/will ich werbefinanzierten Content anbieten?

– sind gesponsorte Kurse für mich denkbar?

N wie Neues

Infotainment

Hier fallen mir 2 Namen ein: Dr. Eckart von Hirschhausen und Ranga Yogeshwar

Podcast / Bildungsradio

Web-Radio: man kann viele Radio-Sender über das Internet anhören – auch lokale Sender. Sie erreichen so eine höhere Einschaltequote und bieten teilweise extra dafür Sendungen an (z.B. SWR3 weltweit – Sonntags von 16-19 Uhr).

Blick über den Tellerrand

In welchen Branchen gab es in den letzten Jahren einschneidende Veränderungen?

Ich nenne einmal zwei: Musikbranche und Fotobranche

Die Musikbranche hat sich stark verändert: von der Schallplatte, Kassette, CD zur Datei. Wie sehen die Geschäftsmodelle heute hier aus? z.B. Spotify

Die Fotobranche hat auch eine sehr starke Digitalisierung hinter sich. Früher gab es das Fotoalbum mit eingeklebten Bildern, heute das Fotobuch, dass sich jeder am PC erstellen kann und dann gedruckt wird. Früher war es der Film im Fotoapperat auf dem die Fotos vorhanden waren und heute ist es die Speicherkarte.

Fragen für die Bildungsbranche:

– wie sehen Präsenzveranstaltungen im Infotainment aus?

– welche Begleitmaterialien (Bücher, Videos, Merchandising) gibt es von denen? Was davon könnte übernommen werden?

– was ist für meine Zielgruppe interessant?

– wie verändert die Digitalisierung die Bildungsbranche? Wird aus dem Lehrbuch (allgemein – in allen Kursen gleich) evtl. ein Kursbuch (individuell – im Kurs erarbeitet)?

– wie verändert die Digitalisierung das Geschäftsmodell? Sind z.B. Abo-Modelle denkbar?

– wie geht die Bildungsbranche mit 7/24 um?

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